Erinnerungen

Im Januar hatte ich einen Urlaub der besonderen Art.

Der Herzmann wollte mir zeigen, dass auch ein Urlaub mit Sonne, Strand und Palmen schön sein kann. Unser Ziel sollte Curacao sein. Im August wurde diese Reise dann Opfer der Air Berlin-Insolvenz… 🙄 Da aber der Urlaub schon lange eingereicht war und die Vorfreude auf Sonne-Strand-und-Palmen eindeutig vorhanden war – mit Skepsis zwar, aber eindeutig vorhanden – suchte er sich Mauritius aus.

Wir sind also im tiefsten Winter, im schmuddeligen Januar von Zürich über Amsterdam nach Mauritius geflogen. Von 4°C und Schneeregen nach 28°C und 100% Luftfeuchtigkeit 🤪 Beim Aussteigen aus dem Flieger dachte ich noch, dass die Triebwerke aber ne ganz schöne Hitze abstrahlen nach dem 10 Stunden-Flug… Und dann traf mich das feucht-warme Handtuch mit voller Wucht und klatschte mir mit Anlauf an die Stirn: „Herzlich willkommen auf Mauritius, Schabine!“ 😆

Schon beim Anflug auf die Insel hab ich gestaunt, wie schön grün hier alles war! Und als wir dann gehört haben, dass es die Woche vorher fast ununterbrochen geregnet hatte, dazu das wunderbar warme Wetter – super Gewächshausatmosphäre!

Unser Fahrer vom Flughafen Plaine Magnien nach Trou d’Eau Douce hat noch nie Schnee gesehen! Er weiß, dass es das gibt, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass wir bei 4°C und Schneeregen losgeflogen sind…

Das Hotel war eine richtig schöne Parkanlage mit einem Haupthaus und mehreren Bungalowhäusern. Zum Meer konnte man durch den Garten gehen, zwei Treppen runter, zack am Strand. Und ganz verzückt und sicherlich debil grinsend hab ich dann zum ersten Mal im Indischen Ozean gestanden und ließ mir das püschwarme Wasser um die Füße spülen.

Da wir natüüüüüürlich auch cachen wollten auf Mauritius haben wir uns zu Fuß zu einem Strandspaziergang aufgemacht und haben uns trotz Sonnencreme mit LSF50 ein bisschen Farbe geholt.

Wir hatten zwei Tage einen Mietwagen, was auch spannend war, da die Mauritier auf der falschen Straßenseite fahren 😀 Das hab ich dem Herzmann überlassen und habe mich mit Navigation beschäftigt. Es riefen immerhin ein paar Caches 😉

Der Botanische Garten in Pamplemousse war toll! Schön grün. Im Süden beim Le Morne war es auch schön, aber der nördlichste Zipfel der Insel hat mich eher angesprochen.

Wir waren heute in den Pampelmusengärten 😆 Die Botanischen Gärten von Pamplemousse. Wir haben einen Leberwurschtbaum gesehen, Ingwerwurzel, Nelkenbäume, Zimtbäume, Blutbäume, Jackfruchtbäume, Riesenbambus, Seerosen, Lotusblumen, Eukalyptusbäume, Flughunde an Bäumen. Der Guide war voll cool, der könnte zwischen italienisch, französisch, englisch, deutsch und nem bisschen russisch switchen. Herrlich! Den Leberwurschtbaum hat er auch wirklich mit sch gesprochen 😁 Nelkenblüten und Eukalyptusholz hat er uns zum Schnuppern gegeben. Den Lotuseffekt hat er vorgeführt, am Riesenbambus hat er geklopft und es gibt Palmen, die wachsen ca. 60 Jahre, dann blühen sie genau einmal, kriegen noch Früchte und dann sterben die… Jackfrüchte sind bis zu 2kg genießbar, bis 20kg stinken die, wären aber sehr süß 😎 #pamplemousse #sirseewoosagurramgoolambotanicalgarden #mauritius #indischerozean #urlaub #botanischergarten

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Was wir so nicht bestellt hatten: den Zyklon Berguitta… Hat den aber nicht interessiert, der hat die Insel für ca. 3 Tage in Ausnahmezustand versetzt und wir waren dabei! Eher mittendrin statt nur dabei! Aber es ging glimpflich aus. Nur der Wind hat mir zu schaffen gemacht…

Was wir so auch nicht bestellt haben: Flug gecancelt am Abreisetag… Wir haben sozusagen noch einen zusätzlichen Tag auf der Insel gewonnen. Yeah! Nicht. Das Hotel war zwar toll – 4 Sterne immerhin – aber leider nicht am Strand. Seelisch und moralisch war ich schon auf Heimreise eingestellt und dieses schwülwarme Wetter hat mir eh gereicht, aber was willste machen?! Keine Crew, kein Heimflug.

Alles in allem war der Urlaub schon schön, viel zu warm, zu schwül und zu stürmisch, dadurch war das Meer nur zwei von 6 Tagen hübsch still und türkisblau – diese Farbe! Dieses unglaubliche türkisblau! 😍 Ich muss jetzt sicherlich nicht jedes Jahr einen Sonne-Strand-und-Palmen-Urlaub haben, dazu bin ich zu sehr der Frühlings- und Herbsttyp mit eher angenehmen 20 Grad. Aber da wir ja sozusagen um Curacao gebracht wurden aus widrigen wirtschaftlichen Gründen, möchte ich schon noch mal nach dahin.

Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mir diese Art von Urlaub – wobei wir ja nicht nur am Strand oder am Pool rumgehangen sind – gefallen könnte… Aber so mit Abstand betrachtet und zurückerinnert, war das sicherlich ein Abenteuer, aber ein schönes.