Nicht nur gerade eben beim Blogs lesen was darüber gefunden und einen Kommentar verkniffen - das wäre ein ausgewachsener Blogeintrag geworden, sondern auch in natura sehr real damit konfrontiert: Geschenke zu Nikolaus.
Früher - als ich noch jung und hübsch war - da wurden am Tag vor Nikolaus immer die Schuhe geputzt. Am besten gleich alle, damit sich der Aufwand auch lohnte... Und am nächsten Morgen konnte man dann hoffentlich den Lohn für seine Arbeit entdecken: einen roten Plastiknikolausstiefel gefüllt mit allerlei Süßkram. Keine besonderen Geschenke, einfach diverser Süßkram, Mandarinen, Nüsse, Lebkuchen. DAS ist in meinen Augen ein Nikolausgeschenk. Und mein Bruder und ich haben uns immer riesig darüber gefreut - waren die Schuhe also doch sauber genug geputzt 
Heute, heute ist das anders. Da werden sogar an Nikolaus schon Sachen verschenkt, die einem mittel- bis oberprächtigen Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk alle Ehre machen würden! Weiß eigentlich keiner mehr, dass Nikolaus NICHT Weihnachten ist? Ostern ist auch nicht Weihnachten oder Geburtstag - verschenkt wird wie zu "großen" Festtagen - warum eigentlich?!
Mir tun vor allem die Eltern Leid, die ihren Kindern jetzt schon Konsumterror beibringen: zu jedem Popelanlass gibts ein Geschenk. Und nicht irgendein Geschenk... Je "besser" der Anlass - desto größer das Geschenk. Das Weihnachtsgeschenk darf dem Nikolausgeschenk nämlich in Größe und Wert in nichts nachstehen - es ist immerhin DAS Weihnachtsgeschenk!
Ebenso der Adventskalender - die Variante zum Selbstbefüllen sprengt rasch den finanziellen und materiellen Rahmen. Im Prinzip ist der Dezember ein reiner Geschenke-Monat. Die Kinder lernen doch gar nicht mehr zu differenzieren, warum es nur dann und dann "große" Geschenke gibt, wenn es zu Schulnoten und Zeugnissen, Ostern, Nikolaus, Advent, Weihnachten und Geburtstag - sortiert von "vielleicht eine kleine Aufmerksamkeit" nach "großes Geschenk" - immer etwas geschenkt bekommen wird. Und viele Eltern machen sich zum Sklaven ihrer Kinder, weil sie immer bessere Geschenke auftreiben müssen, damit der Sprössling schon im Kindergarten - spätestens jedoch in der Schule - dem Vergleich mit den Geschenken seiner Freunden standhalten kann.
Ich schreibe das hier garantiert nicht, weil ich neidisch bin, dass andere etwas geschenkt bekommen. Ich schenke auch gern. Ich bekomme auch gern mal was geschenkt. Kleinigkeiten. Kleine Aufmerksamkeiten. Vom Wert her dem Anlass entsprechend. Nicht unbedingt immer käuflich zu erwerben. Aber ich erwarte weder an Ostern noch zum Nikolaus ein Geschenk, was den Wert einer süßen Aufmerksamkeit übertrifft.
Und jetzt: weitermachen. Es ändert sich ja doch nix...