Unsere Azubine war gestern kreuzunglücklich. Auf Nachfrage hin meinte sie, dass sie ihren Wohnungsschlüssel vergessen hat und sich ausgesperrt hat. Dummerweise sind alle ihre Mitbewohner über die Feiertage bei ihren Familien gewesen, sodass sie sich schon mit dem Gedanken angefreundet hatte, nen Schlüsseldienst zu rufen. Eine nette Kollegin hatte ihr auch schon ihre Adresse gegeben, falls sie ein Bett zum Übernachten bräuchte. Allerdings wohnt diese Kollegin in Bretzfeld - auch nicht gerade um die Ecke. Als Azubinchen das gesagt hatte, meinte ich so, dass sie ja wohl dann auch bei mir übernachten könne. Immerhin wohn ich nen Katzensprung vom Geschäft weg.
Abends halb 11 klingelts. Das erste Klingeln habe ich großzügig überhört - wer traut sich schon, abends nach 10 noch irgendwo aufn Klingelknopf zu drücken?! Das zweite Klingeln konnte ich nicht mehr ignorieren, weil das eigentlich aus mehrereren kurzen Klinglern bestand. Öh? Sollte da tatsächlich jemand was von mir wollen? Also nachgefragt und das genervt-hoffnungsvoll-erfroren-ängstliche Stimmchen vom Azubinchen gehört. An die hatte ich ja tatsächlich nicht mehr gedacht...
Nimmt so ein Schlüsseldienst für nen "Noteinsatz" hier in Heilbronn doch tatsächlich 250€?! Nicht zu fassen! Und das war der Azubine dann doch zu fett. Bis maximal 100€ hätte sie mitgeboten, aber das zweieinhalbfache? Nee, das überstieg dann ihre Finanzen.
Wir haben dann bis 12 im Wohnzimmer gequatscht. Sind dann ins Schlafzimmer gewechselt und haben da im Dunklen weitergeratscht. Um 1 meinten wir dann so unisono, dass wir mal schlafen sollten. Immerhin musste mein Übernachtungsgast schon halb 9 im Laden sein - im Gegensatz zu mir mit 10 Uhr.
Wir habens super hingekriegt. Laut Azubinchen hab ich ordentlich was gut bei ihr - was ich wahrscheinlich nie einfordern werde, weil sie garantiert kein T-shirt in meiner Größe vorrätig hat
- allerdings hoffe ich, dass das nicht so schnell wieder vorkommt. Sonst sollte ich mir nen Übernachtungstarif überlegen...
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